Funk, Literatur

Vom Drinnen & Draußen.

Oscar-Verleihung 2016 – Brie Larson erhält den Oscar für das beste weibliche Hauptrollenspiel. Ich kenne sie nicht. Kinogänge gehören nicht zu meinen Leidenschaften, auch wenn ich die seltenen Besuche stets genieße, zuletzt in „Die Prüfung“ (Deutschland) und „Sture Böcke“ (Island); allein der Umstand, dass es sich bei „Room“ um eine Literaturverfilmung hält, lässt mich aufmerken.

Da. War. Doch. Was.

Ich wühle mich durch Tonnen Papier, bis ich verstaubt und triumphierend mit der Romanvorlage von Emma Donoghue aus dem Berg Bücher emporsteige. Ich erinnere mich an das bunte Cover, vier große Buchstaben: „RAUM“. Ich wollte es nach Erscheinen lesen, war aber nicht dazu gekommen.

Emma Donoghue: „Raum“, Piper, 2011

Emma Donoghue: „Raum“, Piper, 2011

Ich lese. Und höre wieder auf. Ich bin schockiert. Lese weiter. Und bin begeistert. Scham flutet meine Brust. Warum bin ich von einer Geschichte begeistert, in der eine Mutter und ihr fünf Jahre alter Sohn in einem Schuppen mit schalldichten Wänden eingeschlossen sind? Die Scham versickert mit jeder Zeile, wohin, weiß ich nicht.

Vermutlich in jede Zelle.

Es geht nicht um das Eingesperrtsein, es geht um das Freisein. Emma Donoghue erzählt aus der Perspektive eines Kindes vom Drinnen und Draußen. Stark. Hoch tausend. Ja. Was ist Freiheit? Wer baut sie? Wer macht sie zugänglich? Für wen?

Das perfekte Buch für den Moment… bei DRadio Wissen, meine Buchvorstellung vom 13. März 2016…

„[…] Jeden Tag, außer samstags und sonntags, immer nach dem Mittagsschlaf, üben sie Geschrei. Dann klettern Jack und seine Mutter, die er nur Ma nennt, auf den Tisch, recken die Hälse Richtung Oberlicht und schreien, so laut und so lange sie können. Dabei halten sie sich an den Händen fest, damit sie nicht herunterfallen.

Dann legen sie die Finger an ihre Lippen – und lauschen.

Auch an Jacks fünftem Geburtstag üben sie Geschrei. Jack mag das; für ihn ist das ein Spiel. Wie vieles, was er und seine Ma machen: Wenn sie jeden Morgen gemeinsam baden. Wenn sie den Teppich beiseite rollen und ein Wettrennen veranstalten. Wenn sie den Fernseher stumm schalten, und den Sprechern wie Papageie Fantasiesätze in die Münder legen. Wenn sie alle Eierschalen, die beim Kochen und Backen übrig bleiben, zu einer meterlangen Schlange auffädeln. Wenn sie sich Lieder vorsingen, das Klopapier bemalen, oder Wörter erfinden, sogenannte Wörtersandwiches.

Jack fühlt sich wohl. Er hat es gut. Für ihn könnte alles so bleiben, wie es ist. Aber er merkt, dass seine Ma sich verändert, je älter er wird. Nicht nur, dass ihre Zähne immer mehr weh tun, und sie ziemlich oft Schmerztabletten nehmen muss, damit sie essen und schlafen kann, auch sonst sagt sie plötzlich Sätze, die Jack nicht hören will. Sie sagt, sie musste ihn früher belügen, weil er noch zu klein gewesen sei.

Und jetzt wäre es Zeit für die Wahrheit – für das „Entlügen“. […]“ (Auszug aus dem Beitrag für DRadio Wissen, s.o.)

Emma Donoghue: „Raum“, aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Armin Gontermann, erschienen im Verlag Piper (2011), 410 Seiten, 19,99 EUR (geb.), 9,99 EUR (Tb.). „Raum“ gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Matthias Brandt, 19,99 EUR (CD), 13,00 EUR (Download).

Der Roman erschien 2010 unter dem Titel „Room“ bei Little, Brown and Company. Die Verfilmung von Lenny Abrahamson kam gestern, am 17. März 2016 in die deutschen Kinos. Das Drehbuch schrieb die Autorin Emma Donoghue selbst.

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#FBex, Fundstück

Wir sind viele. #FBex

05. Aug. 2012

75 Cent kostet der Versand einer Postkarte ins Ausland. Das war mal weniger, stimmt. Und irgendwann weiß man nicht mehr, wohin mit den Karten, stimmt auch. ABER: Das Schreiben der Karten und das Gefühl beim Finden solcher aus Indien, Brasilien oder Island im Briefkasten, unangekündigt, zufällig, das ist nicht bezahlbar. Ick schwör’s! Wir sind viele: Postcrossing.

„The goal of Postcrossing is to allow anyone to receive postcards from all over the world. The main idea is: if you send a postcard, you will receive at least one back from a random person somewhere in the world.“

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#FBex, Fundstück, Menschen

T. C. Boyle und ich. #FBex

05. Mai 2012

Wer hat Angst vorm großen Mann? US-Autor T. C. Boyle nach dem Interview in einem Berliner Hotelzimmer. Er amüsiert und ich – passend zum Buch „Wenn das Schlachten vorbei ist“ – im Tierpulli. In diesen Minuten erobert er die Volksbühne in Berlin.

© Lydia Herms | Mai 2012, T. C. Boyle und ich, verwackelt, Berlin

© Lydia Herms | Mai 2012, T. C. Boyle und ich, verwackelt, Berlin

Grit Siwonia farbenähnlichkeit auf dem kopf und um den hals. das passt!

Jack Yl chuck norris?

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#FBex, Fundstück

Resturlaub. Zukunft! #FBex

05. Jan. 2012

Ich habe meinen mdr-Resturlaub von 2011 genommen, am Stück. Ab Sonntag ist endlich Zeit für meine Radiozukunft, Brieffreunde und die Plattensammlung. Meine neueste LITERA-Errungenschaft: „Die Prinzessin mit dem goldenen Stern“ (1964). Heute fahre ich nach Berlin.

Jonas Kolpin berlin, berlin, wir fahren nach berlin!

Lydia Herms Heute ist bei mir Ausnahmezustand in Berlin, alles neu, alles auf Anfang, Drama. Bald sehen wir uns, Jule – und Jonas!

Yvonne Strüwing ENDLICH!!!!! alles so schoen!!!!

Matthias Richter wie lange bleibst du denn in berlin? ich bin næchstes we dort

 

NACHTRAG

06. Jan. 2012

Es ist spruchreif: Ab März habe ich meine eigene Büchersendung auf radioeins. Wie das Baby heißen wird, wer noch dabei ist, u.v.m. in Kürze. K R E I S C H !

Annika Voigt-Kirchhoff doppelkreisch! fetzt!

Stefanie Hartmann ICH KREISCH MIT  gratuliere!

Jonas Kolpin na so ein zufall:)

Jonas Kolpin und: sagte ich schon yeah?

Jonas Kolpin yeah!

Suzanne Örtl HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, du bist die richtige **

Maximilian Funk Knaller!

Lola La yes!

Mirko Käsebier Super hat noch keiner gesagt

Thomas Ruscher Großartig! Herzlichen Glückwunsch!

Franzi Lina ENDLICH!

Lydia Herms <3

Aileen Kapitza lydia, du geile sau! gratulation

Fran Ziska ziehst du dafür nach berlin, oder geht das alles auch per technik? oder mußt du pendeln?

Lydia Herms das muss ich noch überlegen und ausrechnen.

Lydia Herms an dieser stelle möchte ich euch – verspätet, aber aufrichtig – für die anteilnahme danken. ich bin noch ein bisschen plemplem. es ist gut so.

Brini Bini <3

René Grossmann Ich freue mich für dich, Lydia, wirklich.

 

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#FBex, Fundstück

Das ist Kerry. #FBex

23. Sept. 2011

Das ist Kerry. Ich traf sie heute in Berlin, um ihre Geschichte aufzunehmen. Bin hin- und hergerissen. Muss noch ein bisschen drauf rumkauen. Das Ergebnis ist dann kommende Woche in MEINE ZUKUNFT bei DRadio Wissen zu hören. 

Kerrys Plakat im U-Bahnhof Kochstraße (U6) | Berlin Mitte

Kerrys Plakat im U-Bahnhof Kochstraße (U6) | Berlin Mitte

NACHTRAG:

30. Sept. 2011

„Ich will hier bleiben!“ – findet Kerry Kempton bis zum 10. Okt. keinen Job, wird sie ausgewiesen. Eine von vielen, stimmt, doch nur sie machte mit großformatigen Plakaten in U-Bahnhöfen auf sich aufmerksam. DRadio Wissen sendet(e) heute mein Kerry-Porträt …

17. Nov. 2011

Am Dienstag schrieb Kerry: „Plotzlich nach wochen warten und viele Kämpfen habe ich eine neue Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnis. Ich kann das kaum glauben.“. Und am 1.12. beginnt sie zu arbeiten. Als was, muss ich noch erfragen, freue mich so oder so.

PRESSE: taz, migration business

Leider steht mein Radiobeitrag nicht mehr online. Ich plane, ihn auf meinem Soundcloud-Profil online zu stellen.

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