#FBex, Fundstück

Klappentextlexikon. #FBex

20. Sept. 2011

Haha! Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Klappentexte ich schon las. Vielleicht erstelle ich mal ein Klappentextlexikon, ja, amazon.de, nur ohne das Drumrum. Da gäbe es Rubriken wie ‚poetisch‘, ‚anklagend‘ und ‚verstörend‘ … TEXT: Großartig! Verstörend!! Ja!!! (Christoph Schröder, ZEIT Online)

„[…] Ständig suchen Menschen nach ihren Wurzeln, und das in einer Sprache, die in der deutschen Literatur ihresgleichen suche: hochmusikalisch, biegsam und leuchtend, als sei sie mit Goldfäden durchzogen. In der deutschen Literatur sucht auch in diesem Herbst sehr viel seinesgleichen: die elementare Wucht, die Strahlkraft, die Genauigkeit. Gefühlte 75 Prozent aller Bücher sind nicht nur poetisch, sondern auch noch genau oder wahlweise präzise erzählt, weswegen sie, man ahnt es, Meisterwerke sind, oder zumindest Glanzstücke, deren Lakonie, siehe oben, ihresgleichen sucht. […]“

 

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#FBex, Fundstück

Elvis LIVES, oder!? #FBex

31. Aug. 2011

JUCHUH, Zeit für Geständnisse: Ich LIEBE Scrabble! Ich schwor: Irgendwann bringe ich den Buchstabenscheiß ins Radio. Und dann wurde mir das Thema ‚Anagramme‘ angeboten. Dr. Mila Hyes schlug zu:

Kerstin Poppendieck Wie schön. Glückwunsch!

Anna Thurm Hihi … ich probierte eben den Anagramm-Generator und kichere selbst über meine komischen neun Buchstaben!

Lydia Herms in deinem namen stecken RUHM und TRAUM!

Hendrik Polland Lydia, dein Nachname ist im Beitrag falsch geschrieben.

Hendrik Polland … in der Überschrift.

Lydia Herms Oh, ich schreibe ihnen. Danke!

Hendrik Polland Schöner Beitrag, übrigens. Hab richtig Lust bekommen, Scrabble zu spielen.

Lydia Herms au fein! danke. mach ma!

 

NACHTRAG:

29. Aug. 2011

Dieses Kinderbuch ist wunderschön! Mein Favorit: Kleidermotte = redete mit Klo.  Einen Auszug zum Durchblättern findet ihr hier: „Flugsaurier = Gaulfrisör. Tierische Anagramme“ von Jens Bonnke & Stefanie Urbach

Tina Cornils ich mag den Tapir-Pirat!  hehe

Joscha Sauer Sehr schöne Idee.

Sandra Schuh Süüüüß!

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#FBex, Fundstück

Schoßgebete mit Hut! #FBex

10. Aug. 2011

© MDR SPUTNIK | Lydia Herms und Wiebke Binder im Studio, Halle (Saale)

© MDR SPUTNIK | Lydia Herms und Wiebke Binder im Studio, Halle (Saale)

6:40 Uhr bei Wiebke von den SPUTNIKern am Morgen (live) und heute Nachmittag in mySPUTNIK (Beitrag) – mein Senf zu „Schoßgebete“.

Dimitrios Vellis OMG OMG OMG

Sandra Lichtenfeld Ich werd es mit Sicherheit auch lesen..bin gespannt

Lydia Herms Auja, Sandra, mich würde sehr interessieren, was andere vom Buch halten!

Lydia Herms das ist ok, henning. es ist sehr intim, der tod, die gedanken, die sehnsüchte, die versuche, zu funktionieren, höllisch nah. ja. den schreibstil hingegen finde ich großartig. lessing schrieb mal seiner schwester: schreibe wie du redest, so schreibst du schön. roche schreibt, wie sie spricht. find ich schön. das ist meine geheimwaffe, seitdem ich es kenne. es lockert auch schreibblockaden.

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#FBex, Fundstück

Die sind doof. #FBex

02. Juli 2011

© Stephan Flad | MDR SPUNTIK, Halle (Saale)

© Stephan Flad | MDR SPUNTIK, Halle (Saale)

LYDIAS LESESTOFF & QUERGELESEN, meine Literatur-Rubriken bei MDR SPUTNIK gibt es seit diesem Frühjahr nicht mehr. Oh, wir stellen noch immer Bücher vor, habt keine Angst. Neben den aktuellen Buchtipps, die regelmäßig unregelmäßig im Programm auftauchen, findet ihr auf sputnik.de auch meine ganzen „alten“ Texte und Audios unter LITERATUR. U.a. …

Julala Kiwikiwi Es fehlt aber sehr!

Lydia Herms du bist lieb. mir auch.

Julala Kiwikiwi An dieser Stelle auch ein DANKE für die vielen Insipirationen, die hier nun im Regal stehen und so schön zu lesen waren

Lydia Herms SEUFZ. gern!

Fran Ziska ja. die bei sputnik sind doof. wenn ich nicht weiß, was ich lesen soll, frag ich Lydia!

 

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Fundstück, Literatur

Bild + Text = Karte.

Guckt mal, es gibt Karten mit Geschichten drauf, schöne Karten, zum Auf- und Zuklappen. Sie heißen: STORYCARDS. Sie lassen sich im Umschlag versenden. Wer die Geschichte jedoch behalten möchte, um Alternativen zum Zahnpastatubenaufdruck im Badezimmer, oder um ein ablenkendes Lesezeichen für die Pflichtfachlektüre zu haben, der kann die Illustration vorsichtig vom Textleib trennen und als Postkarte nutzen, sie also versenden, beschrieben und frankiert, mit 45 oder 75 Cent, falls Ihr gerade darüber nachdenkt, sofern Ihr die Karte nicht persönlich überreichen möchtet. Karten sind kostbar…

STORYCARDS von Circle of Joy - www.circleofjoy.com

STORYCARDS von Circle of Joy – www.circleofjoy.com

Ganz neu ist das Grußkarten-Set BERLIN I bis IV – mit Geschichten von Wladimir Kaminer (2 Geschichten), Lea Streisand und Thilo Bock, illustriert von Martin Haake. Dessen Arbeiten gefallen mir. Vor dem verbeuge ich mich. Tief. Wladimir kennt jeder, Lea kenne ich aus’m Radio, und Thilo ist ein bisschen irre. Ich traf ihn schon, zum Interview, vor 100 Jahren; war gut.

BERLIN I bis IV – STORYCARDS von Circle of Joy – www.circleofjoy.com

BERLIN I bis IV – STORYCARDS von Circle of Joy – www.circleofjoy.com

Leider sind diese schönen Karten derzeit wohl nur bei Amazon erhältlich. Es soll jedoch Alternativen geben, schreiben die Macher auf deren Internetseite, schon jetzt, oder vielleicht bald. Ich recherchiere das. Weitere IllustratorInnen-Namen konnte ich in der Hitze der Euphorie über das Fundstück auch noch nicht in Erfahrung bringen. Und jedes Mal, wenn ich den Firmennamen lese, habe ich schmutzige Gedanken. Aber wir sind ja alle schon groß – und geübt im Zusammenreißen. Ich schreibe.

www.circleofjoy.com

STORYCARDS von Circle of Joy – www.circleofjoy.com

STORYCARDS von Circle of Joy – www.circleofjoy.com

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Allgemein, Drama

Ferienphänomen.

Sommerpause. Ich bin nicht im Urlaub gewesen, nein, das nicht, aber zwei Drittel meiner Einnahmequellen ruhten. Oder pausierten. Das war so abgemacht; sie – die Redaktionen – wollten Geld sparen, ich – die Autorin – sollte mich ausruhen. Ich hatte somit frei. In dieser Zeit las ich trotzdem schöne Bücher, und arbeitete trotzdem woanders für Geld, frei und willig. Und dennoch fühlt sich die aktuelle Woche an wie neu, wie: nach den Ferien.

 

Sie ist schlimm.

 

Seit vielen Jahren beschäftigt mich das Ferienphänomen. Erschöpft und leer gerockt erwartete ich schon vor mehr als 20 Jahren die Ferien. Ich erinnere mich an die 5., 6. Klasse, als ich bereits Tage vor dem Ferienbeginn fantasierte, wie ich einfach nur so rumliegen würde, ganz still. Ob ich mir das auch schon zu Grundschulzeiten wünschte, weiß ich nicht. Im Gegensatz zu vielen meiner Bekannten und Freunde kann ich mich nur an weniges erinnern, das vor dem Wechsel ans Gymnasium liegt. Vielleicht hatte ich bereits damals schon kein Gefühl für Zeit. Oder ich hab‘ mich beim Erinnern einfach noch nicht angestrengt. Ich freute mich jedenfalls und sagte mir: Lydia, nach den Ferien ist alles wieder gut.

Und dann kamen die Ferien. Und ich wusste, alles ist gut. Und dann kam der erste Tag nach den Ferien, auf den ich mich ebenso freute, wie ich mich auf den ersten Ferientag gefreut hatte. Und dann die Ernüchterung: es war gar nicht alles gut.

 

Als wären niemals Ferien gewesen.

 

Ich war sofort erschöpft, auch traurig, nicht immer, oft. Immer wieder. Von Jahr zu Jahr. Ich beendete die Schule ziemlich gut mit dem Abitur, begann umgehend mit 18 ein Studium. Und da dann eine ähnliche Erfahrung. Ich studierte. Ich war erschöpft. Ich freute mich auf die Pausen, und vor allem, auf die Zeit nach den Pausen, hoch motiviert, angriffslustig, neu. Und dann war alles weg, einfach so, meine Pläne, meine Motivation, die Lust, das Licht. Das nenne ich Ferienphänomen…

 

Erwarte ich zuviel von mir und von den „neuen“ Tagen?
Schließe ich mit Altem nicht ordentlich ab?
Erhoffe ich mir Veränderung, ohne selbst etwas ändern zu müssen?
Möchte ich besser funktionieren?
Was sind richtige Ferien bzw. Pausen? 
Wie erkläre ich das meiner Liebe?

 

Vor zwei Jahren erschien eine brand eins-Ausgabe mit dem Schwerpunkt Nichtstun. Die hatte ich mir damals gekauft, aber nur sporadisch gelesen. Ich suche sie heraus. Mein Motor läuft noch. Ich lese. Und finde. Ich habe ganz viel zu tun, Dinge, auf die ich mich gefreut habe, noch immer freue. Eine Freude, die ich mir nicht nehmen lassen möchte. Ich muss es klären. Ich warte nicht.

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Literatur, Textstelle

Ich und Kaminski.

[…] In einem Restaurant am Hauptplatz bekam ich einen miserablen Thunfischsalat. Um mich saßen Urlauber, Kinder krähten, Väter blätterten in Landkarten, Mütter stachen Gabeln in riesige Kuchenportionen. Die Kellnerin war jung und nicht hässlich, ich rief nach ihr: Zuviel Öl im Salat, sie solle ihn wieder mitnehmen! Das wolle sie gern tun, sagte sie, aber bezahlen müsse ich trotzdem. Ich hätte aber, sagte ich, fast nichts davon gegessen. Das sei meine Sache, sagte sie. Ich verlangte nach dem Geschäftsführer. Sie sagte, der würde erst am Abend kommen, ich könne aber warten. Als ob ich nichts Besseres zu tun hätte, sagte ich und zwinkerte ihr zu. Ich aß den Salat auf, doch als ich bezahlen wollte, kam nicht sie, sondern ein breitschultriger Kollege. Ich gab kein Trinkgeld. […]

Sebastian Zöllner in „Ich und Kaminski“ von Daniel Kehlmann (Suhrkamp) – ein Geschenk, als unerwartete Buchpost lag es in meinem Briefkasten, versehen mit einer kurzen, aber liebevollen Widmung. Mein Dank ist groß; das Buch ist toll.
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Nachtrag:

Noch in diesem Jahr, wann genau, vermag ich nicht zu sagen, eine kurze Recherche im Netz brachte kein konkretes Datum zu Tage, kommt die Verfilmung von Kehlmanns „Ich und Kaminski“ in die deutschen Kinos. Regie führte Wolfgang Becker. Den kenne ich nicht. Dafür aber den Hauptdarsteller. Hört mich seufzen. Daniel Brühl spielt den Zöllner, ein Schauspieler, mit dem ich nichts anfangen kann. Eine Abneigung, die ich nicht in Worte fassen kann. Vielleicht erinnert er mich an jemanden. Vielleicht ist er dann aber doch die Idealbesetzung, denn Zöllner ist ein feiger Vogel, ohne Profil und ohne eigene Meinung. Den alten ignoranten Maler Manuel Kaminski spielt ein Mann namens Jesper Christensen.

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Funk, Literatur

Alle meine Buchmomente.

Info: DRadio Wissen heißt jetzt Deutschlandfunk Nova. Meine Buchmomente findet ihr künftig bzw. weiterhin hier (zum Hören) und hier (zum Herunterladen). Abonniert gern den Podcast, wenn ihr regelmäßig mit meinen kleinen Hörspielen beliefert werden wollt. Oder sucht danach mithilfe der neuen App des Deutschlandradios, die alle drei Programme vereint. Und wenn das alles nichts ist, hört mich bei Spotify. (Mai 2017) 

 

Danke.

 

Woche für Woche darf ich – unterstützt von einer großartigen Redaktion – beim jungen Sender DRadio Wissen, dem dritten Programm des Deutschlandradio, ein Buch vorstellen, ganz egal, wie dick, wie traurig oder wie seltsam es ist. Auch spielt es keine Rolle, wann es erstmals erschien. Was zählt, ist, dass das Buch noch erhältlich ist, neu oder antiquarisch. Und zu einem besonderen Moment muss es passen. So ein Moment, in dem wir uns wünschen, ihn anhalten, auskosten, konservieren, vielleicht aber auch vergessen zu können.

 

Das perfekte Buch für den Moment…

 

Einige dieser Momente kenne ich gut. Andere sind mir zugetragen worden. Manche wünsche ich mir. Auf wenige könnte ich verzichten, hätte ich eine Wahl. Hm. Wir haben immer eine Wahl? Das ist nicht einfach. Einfacher ist es, in den Momenten anderer abzutauchen. Ich brauche das. Deswegen ist die Rubrik „Das perfekte Buch für den Moment…“ ein Segen für mich. Ich suche nach gut erzählten Momenten in Buchform, nicht, um sie klassisch zu rezensieren, sondern um sie weiterzugeben. Mein Ziel ist, Menschen zu beschäftigen, so innen drin. Und es ist natürlich sehr befriedigend, wenn diese Menschen am Ende meiner Schilderungen vom plötzlichen Ende überrascht hochschrecken – und fragen:

 

„Ja, und wie geht’s jetzt weiter?“

 

Anhören könnt Ihr die Buchmomente sonntags in der Sendung GRÜNSTREIFEN, später on demand auf dradiowissen.de, und noch etwas später auf meinem Soundcloud-Profil. Auf lydiaherms.de werde ich meine Beitragstexte veröffentlichen. Das, was hörbar ist, soll auch lesbar sein, manchmal ergänzt durch ein Interview,  durch Links, Zitate, Gedanken oder Kommentare von Freunden. Die Rubrik heißt: Buchmoment. Für Lob & Kritik bin ich dankbar.

Für Buchmomente auch.

Lesezeit mit Katze: "Jojo" von Steinunn Sigurðardóttir, rowohlt, 187 Seiten, 19,95 EUR, eBook: 16,99 EUR

Lesezeit mit Katze. „Jojo“ von Steinunn Sigurðardóttir, rowohlt, 187 Seiten, 19,95 EUR, eBook: 16,99 EUR

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Funk, Literatur

Hörbar Herms.

Um einen Text für einen Radiobeitrag verfassen zu können, muss ich leiden. Oder anders herum. Es ist tatsächlich so, dass die wenigsten meiner Beiträge einfach so entstehen; sitzen, schreiben, produzieren. Nein, die meisten meiner Beiträge kosten mich viel Kraft und Zeit. Ich verfluche sie, will alles hinschmeißen, einen Job an der Kasse annehmen, um nicht soviel denken zu müssen. Ich vergesse zu essen, zu trinken, zu ruhen.

 

„Es ist alles in meinem Kopf. Ich krieg’s nur nicht raus.“.

 

Die Ursachen dafür müssen wir an anderer Stelle besprechen, werte Herrschaften. Hier möchte ich auf die Produkte dieser kräftezehrenden Angelegenheit hinweisen. Sie machen mich stolz, denn in jedem dieser Beiträge steckt ein bisschen Herms. Sie sind, wie ich bin. Unsachlich, schrullig und bunt. Und sie sind nachhörbar. Vielleicht für immer. Die Liste wird wachsen. Und niemals chronologisch aufgebaut sein. Deshalb schreibe ich das Sendedatum dazu. Betrachten wir es als öffentliches Archiv, als die kleine Hörbar Herms. Viel Spaß beim Hören – und beim Lesen.

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