Funk, Literatur

Hörbar Herms.

Um einen Text für einen Radiobeitrag verfassen zu können, muss ich leiden. Oder anders herum. Es ist tatsächlich so, dass die wenigsten meiner Beiträge einfach so entstehen; sitzen, schreiben, produzieren. Nein, die meisten meiner Beiträge kosten mich viel Kraft und Zeit. Ich verfluche sie, will alles hinschmeißen, einen Job an der Kasse annehmen, um nicht soviel denken zu müssen. Ich vergesse zu essen, zu trinken, zu ruhen.

 

„Es ist alles in meinem Kopf. Ich krieg’s nur nicht raus.“.

 

Die Ursachen dafür müssen wir an anderer Stelle besprechen, werte Herrschaften. Hier möchte ich auf die Produkte dieser kräftezehrenden Angelegenheit hinweisen. Sie machen mich stolz, denn in jedem dieser Beiträge steckt ein bisschen Herms. Sie sind, wie ich bin. Unsachlich, schrullig und bunt. Und sie sind nachhörbar. Vielleicht für immer. Die Liste wird wachsen. Und niemals chronologisch aufgebaut sein. Deshalb schreibe ich das Sendedatum dazu. Betrachten wir es als öffentliches Archiv, als die kleine Hörbar Herms. Viel Spaß beim Hören – und beim Lesen.

Standard
Literatur, Termin

Lesezeiten.

22. Aug. | Jane Eyre, Teil 1 (von 4), 20:15 Uhr, arte

Ab heute sendet arte in vier Teilen die Verfilmung des Klassikers „Jane Eyre“ (1847) von Charlotte Brontë. Es wird die Geschichte von dem Waisenkind Jane Eyre erzählt, aus dem eine selbstbewusste, unabhängig denkende und fühlende Frau wird, die sich in ihren Vorgesetzten verliebt, in den Gutsbesitzer Edward Rochester. Der ist aber ein ziemlich seltsamer Mann. Und auch das Gut Thornfield Hall ist ein seltsamer Ort. Ein dunkles Geheimnis scheint unter dem Dach bzw. im Nordturm zu wohnen. Jane kann nur schwer ihre Neugier zügeln.

 

Das wird ein schöner Kostümfilmabend, denn Teil 2 läuft gleich im Anschluss um 21:05 Uhr. Die Teile 3 und 4 sendet arte am kommenden Donnerstag, den 29.08., ebenfalls um 20:15 und 21:05 Uhr. Weitere Infos zum Vierteiler gibt’s HIER!

 

Oh, ja, es gibt Wiederholungstermine:

 

Folge 1:

Mo, 02.09. um 13:50 Uhr
Do, 12.09. um 14:00 Uhr

Folge 2:

Mo, 02.09. um 14:40 Uhr
Do, 12.09. um 14:50 Uhr

Folge 3:

Sa, 31.08. um 15:00 Uhr
Di, 03.09. um 13:45 Uhr

Folge 4:

Sa, 31.08. um 15:50 Uhr
Di, 03.09. um 14:35 Uhr

 

24. Aug. | Brandenburg liest II, 15:00 Uhr, Potsdam

Das Sommerfest in der Villa Quandt in Potsdam ist eine Literaturveranstaltung für Kinder und junge Erwachsene. Literarische Gäste sind u.a. Klaus Kordon, Sabine Ludwig, Eva Menasse und Marion Brasch. Los geht’s um 15:00 Uhr.

 

Es gibt Musik, und laut Veranstalter auch Knabberei und Getränke auf der Terrasse der Villa Quandt. Der Eintritt liegt bei 12, ermäßigt 10 EUR. DAS BESTE IST ABER: Kinder und junge Erwachsene bis 16 Jahren bezahlen keinen Eintritt, die kommen einfach so rein. Infos zur Veranstaltung lassen sich HIER finden.

 

30. Aug. | bis 01.09., lit:potsdam 2013, Potsdam

Vom 30.08. bis 01.09.2013 findet das Literaturfestival lit:potsdam an mehreren Orten in Potsdam statt. Mein radioeins-Partner Thomas Böhm und ich sind auch dabei. Am Sonnabend, den 31.08. moderieren wir gemeinsam auf einer kleinen Bühne direkt vorm rbb-Funkhaus. Das nennt man da Babelsberg. Die S-Bahn-Haltestelle heißt aber Griebnitzsee. Um 15:00 Uhr werden wir mit Antje Ravic-Strubel sprechen, und sie wird aus ihrer „Gebrauchsanleitung für Potsdam und Brandenburg“ lesen. Um 16:00 Uhr widmen wir uns dann ausgiebig dem Debüt von Sven Stricker. Der ist Hörspielproduzent, jetzt auch Autor. Sein erster Roman heißt „Schlecht aufgelegt“.

 

Weitere Autoren: Herta Müller, Eugen Ruge, David Wagner, Birk Meinhardt, Markus Feldenkirchen, Eva Menasse, Jenny Erpenbeck, Julia Schoch, Taiye Selasi, Ingo Schulze, u.v.m., auch meine Kollegen Jörg Thadeusz und Knut Elstermann. Das dicke lit:potsdam-Programm gibt’s HIER!

 

31. Aug. | Berliner Buchnacht 2013, Kulturbrauerei

Oha, das wird ein Buchwochenende! Direkt von der lit:potsdam fliege ich zurück nach Berlin in die Kulturbrauerei, um die Lesung mit Katharina Hartwell zu ihrem Debütroman „Das Fremde Meer“ zu moderieren. Darauf freue ich mich sehr. Das Buch ist dick und gewaltig und bilderreich – und es lastet schwer in mir. Es interessiert mich, wie Katharina Hartwell daraus liest und darüber spricht. Um 21:30 Uhr sind wir dran, kommt vorbei!

 

Die Karte für die Buchnacht kostet 15,00, ermäßigt 12,00 EUR. Damit habt Ihr Zugang zu 30 Lesungen innerhalb vieler Stunden, also, von 18:00 bis 1:00 Uhr wird gelesen, los geht’s aber schon um 16:00 Uhr, und als Ende wird 3:00 Uhr angegeben, vielleicht wird getanzt und gesoffen. Das ist doch was?! Ihr braucht noch mehr Namen? Hier: Bas Böttcher, Knud Kohr, Catrin Barnsteiner, Ahne, David Wagner, Marion Brasch, Paul Lukas, Clemens Meyer, Jakob Hein, Mirko Bonné, Götz Aly, Heinz Strunk, Tobias Premper, Ulli Lust, Monika Zeiner, einige von den genannten sind für den Deutschen Buchpreis 2013 nominiert!

 

HIER findet sich das Programm der Berliner Buchnacht.

 

 

Standard
Menschen, Musik

Hello Ludia!

Ich ertrinke. Kein Grund. Anfang September erscheint ein neues Studioalbum von Goldfrapp. Ich höre die alten Sachen – und seitdem ich erahnen kann, wie TALES OF US klingen wird, freue ich mich, als hätte ich einen Preis gewonnen, eine Prüfung bestanden oder einen erlösenden Anruf erhalten.

 

 

Alison Goldfrapp singt für mich. Sie macht hörbar, was ich fühle. Sie klagt und hofft, sie liebt und hasst, sie kämpft und versagt, musikalisch. Es ist, was ich hören will. Ich besitze alle Alben. Doch für mich, wie für andere auch, ist das erste Album FELT MOUNTAIN, veröffentlicht im Jahr 2000, produziert mit Unterstützung vom großartigen John Parish, das bedeutenste von allen, eine Art Offenbarung. Es ist so traurig. Was habe ich geheult; vorm Spiegel, im Bett, auf dem Fahrrad, in der Vorlesung.

 

Ü b e r a l l.

 

 

Ich hab‘ auch getanzt, klar. Heulen liegt mir aber mehr als Tanzen. Dann, 2005, in einem Promo-Interview für MDR SPUTNIK, ließ Alison Goldfrapp verlauten, es würde nie wieder ein Album wie FELT MOUNTAIN geben, das sei vorbei. Sie war richtig wütend, und ich betroffen. Denn genau diese Frage hatte ich der Kollegin aus der Musikredaktion mitgegeben. Alison habe sich danach für ihren Ausbruch entschuldigt, so die Kollegin. Ich stand vor dem Studio, sah durch das kleine Fenster auf eine zusammengesunkene Person in einem viel zu großen, hellbraunen Ledermantel mit einer Wolke wilder, blonder Locken in Kragenhöhe, und auf eine rudernde Kollegin. Ich konnte ihr nicht helfen. Ich war neu, draußen und verliebt.

 

hello Ludia thankyou! Alison xxxx

hello Ludia thankyou! Alison xxxx

 

Es ist das einzige Autogramm, das ich besitze, von ein paar Buchwidmungen abgesehen. Ich erinnere mich an unsere Begegnung sehr gut, 2005 in Halle (Saale). Goldfrapp war für das damalige Programm von SPUTNIK nicht wirklich relevant, ich glaube, die Kollegen wollten den angebotenen Termin zur Veröffentlichung von SUPERNATURE einfach nur mitnehmen. Ich wurde gebeten, Fragen zusammenzusammeln. Das tat ich, bei meinen Freunden im Björk-Forum, die Liste war lang. Alison kam in Begleitung eines schwarzgekleideten Gorillas mit Glatze, ganz sicher nicht Will Gregory, und einer quirligen Frau von der Plattenfirma. Die Ansage war: Keine Fotos, keine Autogramme. Kein Problem. Die Redaktion war fast leer. Ich stand also da, in meinem knallroten Strickpullover.

 

Und ich starrte auf Alisons Hinterkopf.

 

Plötzlich fragte mich die Plattenfirmafrau, ob ich ein Autogramm haben wolle. Ich eierte, es sei doch eigentlich verboten. Ein Kollege kramte hektisch eine angeknickte Promokarte hervor, an der Hotline lag ein ausgefranster Goldstift herum, der Gorilla beäugte mich reglos, als ich hin und her flatterte. Und dann kam Alison aus dem Studio, eingefallen, ungeschminkt, lächelnd. Sie nahm den Stift und fragte nach meinem Namen. Ich konnte nicht einmal mehr Schulenglisch und sagte: „I like your voice.“, sie schrieb: „thank you!“. Ich sagte: „I’m so shy.“, sie antwortete: „Me too.“. Am Ende drucksten wir eine Weile herum und gaben uns schließlich nicht die Hände. Sie hatte Ludia geschrieben.

 

Und es wird ein Album wie FELT MOUNTAIN geben: TALES OF US. Am 23. Oktober spielt sie in Berlin im Heimathafen Neukölln, an einem Mittwoch. Ich gehe jetzt los und kaufe mir die Karte. Es ist bislang das einzige für Deutschland angekündigte Konzert. Außerdem spielt sie in London, Brüssel, Amstersdam und Zürich. Ich habe also gar keine Wahl.

 

 

Goldfrapp im Netz: http://www.goldfrapp.com/

Goldfrapp bei Facebook: https://www.facebook.com/Goldfrapp

Goldfrapp bei Twitter: https://twitter.com/Goldfrapp

 

Standard