Mit Helma waren sie zu dritt, drei Frauen. Eine, die in sich ruht und eine Weichheit ausstrahlt, sodass Helma versucht ist, einen Haken, ein Kratzen, eine Härte zu entdecken, sich dabei jedoch darüber im Klaren ist, dass sie den, das und die gar nicht entdecken müsste, selbst, wenn es daWeiterlesen…

Zuerst bin ich nicht richtig die Treppe hochgegangen, habe nicht richtig die Schuhe abgeklopft und nicht richtig „Hallo!“ gerufen. Dann habe ich nicht richtig geguckt, nicht richtig gelächelt und nichts richtig Geistreiches gesagt. Ich stand nicht richtig im Flur herum und wartete auch nicht richtig auf meinen Einsatz. Auf FragenWeiterlesen…

Ich kann dir gar nicht sagen, wie es mir geht. Ich kann dir aber sagen, was geht. Ich balanciere ein Vogelnest auf meinem Kopf. Den Schlüpfer, den ich trage, habe ich seit gestern Morgen nicht mehr ausgezogen. Ich war schon zweimal auf der Toilette, einmal klein, einmal groß, brauchst duWeiterlesen…

„Und dann hab’ ich den Typen angeguckt, so mit zugekniepten Augen, und mit Nasenlöchern, groß wie mein Flachbildschirm, nur doppelt, echt, ich bepiss‘’ mich schon wieder fast. Jedenfalls hab’ ich mich dann so vor ihm hingestellt, als würde ich ihm gleich eine schallern, wollte ich ja nicht, hau’ doch keineWeiterlesen…

Sie sitzt am Schreibtisch. Mit feinem Strich zeichnet sie zwei Spalten einer Tabelle auf das weiße Blatt Papier, sorgfältig und doch: ungehalten. In die linke Spalte schreibt sie: Seelenheil, Aufmerksamkeit, Liebe, Kuchengeruch. In die rechte: Ruhe, Stille, Freiheit, Kühle. Das Ü und das H von Kühle verschwimmen, als eine TräneWeiterlesen…

Sie wünscht sich eine Familie. Eine, die sagt: „Ist nicht so schlimm.“. Eine, die fragt: „Hast du Hunger?“. Eine, die schweigt, wenn alles brennt. Eine, die lacht, wenn nichts mehr geht. Eine, die festhält. Eine, die mitwächst. Eine, die Geschichten erzählt, wahre und ausgedachte. Eine, die niemals droht. Eine, dieWeiterlesen…

Nicht, dass ich getrunken hätte, aber ich schlief so schlecht, dass ich mich frage, warum ich nicht einfach durchgemacht habe. Dann ginge es mir besser. ‚Schlecht geschlafen‘ trifft es nicht genau, gebe ich zu. Die Nacht war sehr bereichernd. Immerhin weiß ich jetzt, warum er geht, und ich bleibe. Ich kenne die Gründe fürWeiterlesen…

Auf dem Bett gegenüber dem großen Kleiderschrank liegt das Tier, fest zusammengerollt, leise seufzend, das schwarze Fell wie Lack. Ich stehe eine Weile im Türrahmen und zögere den Moment hinaus, in dem ich mich an das schlafende Tier anschleichen und es mit der Stirn berühren, und dieses verwirrt gurrend und blinzelnd aufschrecken würde.Weiterlesen…

„Sie hasst Menschen.“ – Toni senkt den Arm und hebt den Blick. Es ist nicht angekommen. „Was?“, fragt sie den jungen Mann neben ihr. Der tut gleichgültig, schraubt die Lippen zusammen, atmet hörbar durch die Nase ein und wiederholt sich: „Sie hasst Menschen.“. „Wer hasst Menschen?“, „Das Mädchen, das SieWeiterlesen…

Ich bin ein Wohnungsautist. Meine Wohnung bin ich. Wer in meine Wohnung geht, ist in mir. Wer Sand in meine Wohnung schleppt, oder Kieselsteinchen, Stinkeluft, Winterkälte, Blumenduft, der beschmutzt, vergiftet, schmückt mich, kühlt mich aus. Wenn ich Zeit habe, die Wohnung für den Besuch vorzubereiten, kann ich nicht nur sie,Weiterlesen…

„Helma, möchtest du ein Tampon haben?“ brüllte sie aus dem Bad in meine Richtung. Ich saß in ihrem Zimmer, auf dem Bildschirm des Fernsehers tanzten Menschen. Ich sah kaum hin. Ich saß nur rum und grinste. „Nein, danke, ich hab‘ nicht meine Tage!“ brüllte ich zurück. Dann war es kurzWeiterlesen…

Ich bin nur. Ich werde nichts. Ich werde nicht reich sein, nicht lieben, nicht verzeihen. Ich werde nicht erwachsen. Ich werde nicht einmal sein. Jetzt ist nur eines definitiv wahr: ich bin. Sie nannten mich Helma, ohne Knack- und ohne Zischlaute. Auch ohne Bezug. Sie ließen mich glauben, ich seiWeiterlesen…