Allgemein, Menschen

Oma guck’, der Junge malt.

Ich schwitze wie die Hölle. Sitz’ da in dem geliehenen Campingstuhl, breitbeinig, nach vorn gebeugt, zu den Dingen, die ich vor mir auf dem Gehweg verteilt habe: Block, Pinsel, Buntstifte, Bleistifte, Wasserbecher, Wasserflasche, Wasserfarben, Ratzefummel, Küchenrolle. All das da so liegen zu sehen bereitet mir ein Gefühl der Genugtuung. Es ist so ordentlich. Links neben und auch hinter mir erhebt sich eine begrünte Anhöhe. In den Büschen summt was.

Rechts führt die Straße hinab zum Hafenbecken. Vor mir liegt eine große, leere Fläche, eine unbebaute Ecke, eingezäunt. Reifenspuren im Sand bezeugen, dass das Grundstück vor nicht allzu langer Zeit in irgendeiner Art und Weise bearbeitet worden sein musste. Ich weiß nicht, was da gestanden hat, vermutlich ein weiterer Speicher von kolossaler Größe. Vielleicht auch nur in den vergangenen Jahrzehnten heruntergekommene Anbauten. Ein Banner am Gebäude weiter hinten kündigt eine Bebauung an, Appartements. Versteh’ ich, die Lage ist traumhaft. Von den höheren Wohnungen aus wird man einen sehr schönen Blick auf den Hafen und die Elbwiesen dahinter haben; ein Grün in zig Schattierungen, Bäume und Büsche, die wie Plüschkugeln auf einem Teppich herumliegen, dazwischen das in Wellen gelegte Band der Elbe, am Horizont – filigran und immer in Bewegung – Windräder.

Ich kann es mir deshalb so gut vorstellen, weil ich an den ersten beiden Tagen meines Aufenthalts nur das gesehen und gezeichnet habe, von der Terrasse des Schlosses aus. Mit den Daumen und Zeigefingern beider Hände hatte ich ein Rechteck geformt, fachmännisch hindurchgesehen und irgendwie meinen Bildausschnitt festgelegt. Im Hintergrund waren die anderen zu hören gewesen. Sie hatten sich leise unterhalten, zu sich selbst gesprochen, geschnauft, mit Papieren hantiert, schweigend gemalt.

Heute bin ich allein.

Ich möchte die Mauer am hinteren Ende der Brachfläche malen, den angrenzenden Schuppen, einen Turm, das verlassene Storchennest darauf, die dicht gedrängten Birken dazwischen, und weiter hinten das beerige Rot einer Blutbuche. Vielleicht sind es auch gar keine Birken. Die Blätter sind grün und klein, die Stämme dünn und hell. Ich habe mich den ganzen Morgen darauf gefreut, jetzt hier sitzen zu dürfen, trotz Mittagssonne und Sommerhitze. Ich habe eine wirklich sehr kurze Jeans angezogen, ein T-Shirt und meine Fahrradkappe, die aus England, wollen, mit kurzem Schirmchen. Jede Stelle meiner Haut ist eingeschmiert, Lichtschutzfaktor 50+, für Babys und Verrückte. Ist mir egal. Ich will brennen, aber keinen Krebs kriegen.

Mir ist eher so, als trüge ich einen Anzug aus sehr dünnem Kunststoff, eine zweite Haut sozusagen. Kein schlechtes Gefühl. Die Wahrheit ist, dass ich mich diesem Gefühl zwischen jedem Pinselstrich ausgiebig hingebe, indem ich mich zurücklehne, die Augen schließe, und warte, bis sich mein Körper von selbst erneut bewegt, aus dem Dunkelblau des Stuhls erhebt, vorbeugt, langsam, als müsse er ziemlich viele Druckknöpfe lösen, bis er den Arm hebt, zum Pinsel greift, den Kopf hebt, die Augen zusammenkneift, dann den Schweiß von der Oberlippe leckt, bis mein Kopf oder dessen Inhalt, irgendwas in mir jedenfalls, die Szene begreift, die, die ich male, und beide, Kopf und Körper wieder zwei, drei Flächen auf’s Papier setzen.

Es geht immer erst einmal um Flächen, Farbflächen; mit den hellsten fange ich an. Ich habe helle Sandhügel gesetzt, mit schmutzigem, stark verdünntem Gelb. Dann habe ich Mauerwerk gesetzt, mit schmutzigem, stark verdünntem Orange. Dann die Blätter, dann den Himmel, schließlich die Schatten, richtig schön dunkel, aber nicht mit Schwarz, sondern gemischt aus allem Möglichen, aus Blau, Grün und Rot. Die wichtigste Farbe in einem Aquarellkasten aber ist: der Palettendreck. „Putz’ nie deinen Kasten, Lydia, lass’ alles so wie es ist, du brauchst den Dreck für’s Mischen.“, hatte Annett gesagt. Und dabei gelacht. Und wohl sofort gewusst, dass ich ihr nicht glaubte. Gern würde ich ihr jetzt von meinen Farben erzählen, von den fantastischen Farben, die so leuchten und sich auf dem Papier verändern, und vom Palettendreck, der lebendig zu sein scheint, weil er sich auch verändert, mit jedem Eintauchen meines Pinsels, mit jeder Minute, die vergeht, mit jedem Blick, mit jedem Gedanken, mit jedem Gefühl.

Kein bisher gefühltes Gefühl lässt sich mit dem vergleichen, das mich gerade flutet. Ich finde einfach kein Bild in meinen Erinnerungen, mit dem sich der Scheiß hier deckt, nicht einmal so halb, so ein bisschen wie damals und dort. Da ist kein Damals. Da ist kein Dort. Da ist nur ein Jetzt. Und ein Hier. Und plötzlich finde ich es sehr schlimm, dass ich allein bin, dass ich dieses Gefühl nicht teilen kann. Ich bin mir sicher, dass ich es später nicht beschreiben können würde, weil es unbeschreibbar ist.

Soll ich aufstehen, alles zusammenklauben, den Farbkasten trotz der noch feuchten Näpfchen schließen, das Malwasser in die Büsche kippen, den Campingstuhl zusammenzerren und in die Tasche stopfen, alles über die Schulter werfen und rennen, über’s Kopfsteinpflaster, den Weg hinauf in den Ort, dorthin, wo ich die anderen und Annett vermute? Könnte ich, klar. Und dann? Dann ist es vielleicht weg. Das wäre schlimmer. Also bleibe ich sitzen, starre auf das Bild vor mir am Boden, auf das trübe Mischwasser, auf die Details, die ich weggelassen habe, und auf die, die ich herbeigezaubert habe. Das ist erlaubt beim Aquarellmalen. Es geht nicht darum, zu malen, was wirklich da ist, sondern, was man sieht. Und ich sehe so viel, dass es für mehrere Bilder reicht. Also trenne ich das erste vorsichtig vom Block – und beginne von Neuem. Hellste Flächen. Helle Flächen. Dunklere Flächen. Schatten. Details. Ich variiere bei der Wahl der Pinsel. Ich wage es, mit den Buntstiften in die Farbflächen zu gehen. Ich mische mutiger und ich male sogar einen Storch, der nicht da ist. Das hätte ich lassen sollen, er ist zu groß geraten, aber wen stört es? Mich nicht.

Und dann bemerke ich, dass ich gar nicht allein bin. Ständig spazieren Menschen an mir vorbei. Zwei Mädchen im Grundschulalter streiten sich ein bisschen darüber, welches von ihnen welches meiner Bilder schöner findet. Jedesmal, wenn eines der Mädchen zu einer Entscheidung findet, sagt das jeweils andere, dass es das ausgewählte Bild eigentlich auch schöner finde. So geht das hin und her, auch dann noch, als beide weghopsen. Sie hopsen wirklich. Ihre Mütter schlendern hintendrein. Bei mir angekommen, finden sie alles sehr schön. Finde ich auch. Wir gackern. Sie tragen weiße Piercings in den Brauen. Eine Frau Anfang 50 trägt ein neongelbes Kleid mit neonrosafarbenen Schmetterlingen darauf, ärmellos, ein Drama, aber sie trägt es, als hätte sie es extra für den Urlaub gekauft. Sie löst sich von der Hand ihres Freundes, bleibt stehen, während er weitergeht und dabei betont unbeteiligt seine hellblaue Jeans am Gürtel hochzieht. Sie hingegen schaut auf meine Bilder, sagt nichts, nickt nur freundlich und hopst dann weiter. Schon wieder eine, die hopst. Ich rufe ihr ein Kompliment hinterher, dass ihr das Kleid ganz wunderbar stehe. Sie dreht sich einmal um ihre Achse. Ich schwöre.

Ein Kanute in Trombosestrümpfen bleibt auch neben mir stehen. Bestimmt 70, in Sportsachen, mit betörend verschmitztem Grinsen. Sie würden die komplette Elbe hochfahren, erzählt er mir, ohne, dass ich fragen muss, er sei aber aus gesundheitlichen Gründen erst in Magdeburg zugestiegen. Ich lobe die Elbe. Er lobt die Donau. Da sei mehr zu sehen, nicht nur Deiche. Als er mich fragt, ob ich noch Schülerin sei, bekomme ich einen mittelschweren Lachkrampf. Nein, glücklicherweise nicht, antworte ich ihm, denn dann wäre ich nur halb so mutig. Ob er das versteht, ist fraglich, dass er mich nett findet, eindeutig. Als er dann doch endlich geht, beginne ich ein neues Bild.

Inzwischen ist Nachmittag, die Sonne gewandert, aber immer noch bei mir. Dass ich schwitze, stört mich nicht. Ich esse das Gemüse, das mir Annett in der Pension eingepackt hat: Fenchel, Gurke, Möhren. Gern würde ich mich von außen sehen, wie ich da sitze, im Kutschersitz, mit Möhre und Pinsel in den Händen, klecksend, kauend, grinsend. Ich glaube, wer mich so sieht, sieht mich wirklich. Ich fühle mich wirklich. Ich bin da. Ich bin ich. Bevor ich mein viertes Bild fertig malen kann, ziehen plötzlich Wolken auf. Ich nehme Aufbruchstimmung wahr, auch wenn nicht viele Menschen unterwegs sind. Sie gehen schneller. Und dann weht ein Satz zu mir herüber.

Ein Mädchen an der Hand einer älteren Frau sieht mich beim Vorbeihasten. „Oma guck’, der Junge malt.“ ruft es und fliegt davon. Ich schiebe mir die Kappe aus der Stirn, lehne mich im Campingstuhl zurück, dieses Mal mit weit geöffneten Augen, weil die Sonne mich nicht blendet. Ich sehe in die Wolken und weiß plötzlich, dass ich nicht viele Worte brauchen werde, um Annett wissen zu lassen, welches Gefühl ich heute gefühlt habe.

Ich werde sie einfach fest umarmen.

Lydia Herms in Tangermünde – 20. Juli 2017

„Ich schwitze wie die Hölle.“ – Foto: Lydia Herms, Juli 2017

Malen in Tangermünde – 20. Juli 2017 – Foto: Lydia Herms

„Die wichtigste Farbe in einem Aquarellkasten aber ist: der Palettendreck.“ – Foto: Lydia Herms, Juli 2017

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Funk, Menschen

Was hat das mit Liebe zu tun?

„Liebesschlösser sind Spuren. […] Wenn’s dich stört, dann hast du ein Problem damit, dass überhaupt irgendjemand seine Spur hinterlässt.” (Pierre) vs. „Das ist ein Anschlag kleinbürgerlicher Ästhetik auf uns alle. […] Diese Schlösser sind moderne Keuschheitsgürtel.” (FRANKFURTER HAUPTSCHULE)

Mein Radiobeitrag zum Thema Liebesschlösser lief am 08.09.2016 im GRÜNSTREIFEN bei DRadio Wissen, dem dritten, jungen, digitalen Programm vom Deutschlandfunk. Hier zu hören. Und hier:


Liebesschloss an der Marschallbrücke in Berlin-Mitte – Foto: Lydia Herms

Liebesschloss an der Marschallbrücke in Berlin-Mitte – Foto: Lydia Herms

Manuskript:

Moderation: Ihr kennt sie, die Liebesschlösser, die an allem hängen, was einem Zaun oder einer Brüstung ähnlich ist, vorzugsweise am oder über Wasser. Vielleicht habt ihr selbst irgendwo eins angebracht. Vielleicht hasst ihr sie aber auch. So wie die Mitglieder der Künstlergruppe FRANKFURTER HAUPTSCHULE. Für eine Ausstellung initiierte diese Gruppe Anfang August eine Medienperformance. Bringt uns Liebesschlösser!, propagierten sie – und zahlten pro Stück einen Euro. Angeblich. Und angeblich kamen dabei fast 3000 Schlösser zusammen.

Ton: „Hi, Slaves. Hier spricht die FRANKFURTER HAUPTSCHULE. […] Manche Pärchen halten es für eine tolle Idee, ein Symbol ihrer Liebe, ein Vorhängeschloss, an Frankfurts zentrale Fußgängerbrücke zu klatschen. Geiles Symbol. Wir sagen, das ist ein Anschlag kleinbürgerlicher Ästhetik auf uns alle. Wir sagen, diese Schlösser sind moderne Keuschheitsgürtel. Hier geht es nicht um Liebe, sondern um Besitz. […]“ (FRANKFURTER HAUPTSCHULE | YouTube)

Ton: „Also, mein Ästhetikempfinden stört’s nicht. Eindeutig.“ – „Mir fallen diese Schlösser eigentlich gar nicht auf. Ich seh‘ die dann ab und zu zwar, aber ich denk‘ da nicht offensichtlich drüber nach. Die haben eigentlich nicht so eine große Bedeutung für mich.“ – „Hm, ich denke, das ist ganz ortsabhängig. Zum Beispiel hier, würde ich sagen, passt es nicht ganz, aber zum Beispiel an der Warschauer Straße, Kreuzberg, da gehört das eigentlich dazu. Da sind auch einige, die ich da immer sehe. Ich find‘, die passen da hin, und sollten da bleiben – und es sollten noch mehr kommen, eigentlich. (lacht)“ (Umfrage, anonym | Rummelsburger See)

Text: Berlin, Rummelsburger See im Osten der Stadt, Paul-und-Paula-Ufer. Ich spreche Menschen an. Will ihre Meinungen über 100 Gramm buntes Metall mit Gravur einholen. Ausnahmslos alle der Gefragten geben sich sanftmütig.

Ton: „Hier geht es nicht um Liebe, sondern um Besitz. […] Das muss weg! […]“ (FRANKFURTER HAUPTSCHULE | YouTube)

Text: Die Mitglieder der Künstlergruppe FRANKFURTER HAUPTSCHULE können gar nicht soviel essen wie sie kotzen wollen. Sie haben ein Problem mit den sogenannten Liebesschlössern, die an Geländern und Brüstungen aller Art hängen, als Zeichen für ewige Verbundenheit; Liebe sogar. Unter der Überschrift STAHLBAD IST 1 FUN riefen sie Anfang August dieses Jahres per Videobotschaft Gleichgesinnte auf, ihnen geknackte Liebesschlösser zu bringen, damit sie daraus „was Besseres“ machen können…

Ton: „[…] für den amourösen und ästhetischen Fundamentalismus. Frankfurter Hauptschule.“ (FRANKFURTER HAUPTSCHULE | YouTube)

Text: Nicholas gehört zur jungen Künstlergruppe – und ist zufrieden. Es wurde viel berichtet, aber auch viel gehasst. Der Vorwurf, herzlos zu sein, amüsiert ihn.

Ton: „[…] Ich mein‘, man kann’s ja auch einfach mal umdrehen und sagen, das ist letztendlich auch ’ne Form von einer brutalen Äußerung, wenn man uns das da so massenhaft um die Ohren haut, wenn wir jeden Tag zwischen dieser kitschigen Scheiße rumrennen müssen, die ja in dieser Masse auch irgendwie etwas aussagt… […]“ (Nicholas | Telefonat)

Text: Robert und Suse. Uschi und Harald. P plus A, BFF, best friends forever. Wir gehören zusammen. Und wir waren hier. Alles sollen es wissen.

Ton: „[…] Das, was diese Liebesschlösser ja irgendwie inhaltlich aussagen, also, ’ne Form von Knastsymbolik, und Zuschließen, und Kontrollieren, das ist ja ziemlich nah aneinander, dieses kleinbürgerliche Massenphänomen, da so touristisch irgendwelche Brücken zuzuklatschen, und jeder hängt nochmal eins dran, und das soll dann auch noch irgendwas mit Liebe zu tun haben? […]“ (Nicholas | Telefonat)

Text: Ob das was mit Liebe zu tun hat, ist für eine Stadtverwaltung grundsätzlich nicht relevant. Die will nur wissen: Sind die Schlösser in irgendeiner Weise gefährlich? Machen sie etwas kaputt? Und wenn ja: Welche Konsequenzen sind zu ziehen? In Berlin ist das Anbringen nirgends erlaubt, die Schlösser werden regelmäßig geknackt. Auch in Paris werden seit dem Sommer des vergangenen Jahres tonnenweise Liebesschlösser von den Seine-Brücken entfernt. Sie sind zu schwer, sagt die Stadt, und die hat wohl recht: bereits 2014 war ein Stück Geländer der Fußgängerbrücke Pont des Arts samt Buntmetall ins Wasser gestürzt. Auf großen Verbotsschildern wird nun proklamiert: Stop aux cadenas!, Stoppt die Schlösser!

Und die Stadt Frankfurt? Die schreibt auf ihrer Internetseite, es wäre „nicht zu befürchten, dass der Eiserne Steg durch diese Schlösser ganz oder in Teilen zusammenbricht.“. Von einem Verbot ist nicht die Rede.

In Berlin begegne ich den Franzosen Cecile und Pierre. Sie sind hergezogen, weil sie sich hier frei bewegen können, erzählen sie. Für sie sind die Schlösser Spuren. Spuren, die wir Menschen in unseren Städten hinterlassen. Wer Liebesschlösser knackt, zerstört Spuren?!

Ton: „(P) Wenn man sowas macht, dann ist man dagegen, dass man diesen space benutzt. Grundsätzlich zu sagen: ich finde das hässlich, ich will das wegtun, wenn’s dich stört, dann hast du ein Problem, das überhaupt irgendjemand seine Spur hinterlässt, und dann hat er ein Problem mit der Idee, dass das uns gehört. – „(C) Paris zum Beispiel gehört dir nie! Die public spaces sind superklein, du darfst nicht ein Getränk, also, ein Bier, draußen auf der Bank trinken, du darfst nicht auf dem Gras sitzen, das ist superverboten. Und vielleicht ist es ein Symbol, da, du bist draußen, aber der public space gehört dir nicht, darum brauchst du diese Art zu sagen: Doch, das gehört mir ein bisschen! Im Vergleich zu Berlin, wo du total frei bist.“ (Umfrage, Pierre & Cecile | Rummelsburger See)

Text: Das Liebesschloss als Spur, als Beleg für Unfreiheit, und das Aufhängen als Akt der Eroberung von öffentlichem Raum? Klingt absurd – aber schlüssig.

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#FBex, Fundstück

Alles gleichzeitig. #FBex

27. Dez. 2011

Sagt, wie nennt man das Phänomen, wenn alles „gleichzeitig“ geschieht, wenn’s dicke kommt, im positiven wie auch negativen Sinne? Ich kann mich derzeit vor Anfragen kaum retten und war noch nie müder und geistloser, als in diesen Tagen. Ich habe schon „vorgegoogelt“, Murphys Gesetz trifft es nicht so wie ich es meine. Manchmal funktioniert ALLES und manchmal NICHTS. Manchmal sehen dich ALLE und manchmal sieht dich NIEMAND. Und ich weiß nicht, warum. Kennt ihr das auch?  Hmmmm, gutes Beitragsthema! 

Lydia Herms P.S. Statistik, Wahrscheinlichkeit, Attraktivität? Es wurmt.

Grit Siwonia es ist nicht die antwort auf deine frage, aber bei manchen ist es „self fulfilling prophecy“….

Henning Gode der teufel scheisst immer auf den dicksten haufen. kann positiv oder negativ gemeint sein

Jonas Kolpin Quatsch nich, mach hinne:-)

Lulus Mum selbsterfüllende prophezeiungen ,,,, ich habs immer schon gewußt,,,,

Tina Cornils oh meine liebe Ly ich würde dich immer wieder sehen…. UND hören… bei Schneesturm wie im Sonnenschein, aber ich weiß genau von was du sprichst!!! 100 %

Lydia Herms Hm, ich verstehe, was ihr mir sagen wollt. Es liegt an mir?! Ächz, wie ätzend. Ich prophezeie mir jetzt Entspannung und Ruhe und Freiheit und einen guten 5.1.. Und dann löst sich der Knoten, ok? Aber etwas mehr „Verteilung“ auf alle Tage des Monats wäre viel besser, als immer nur VIEL und WENIG, ALLES und NICHTS, SOFORT und NIE. Außerdem: Mein linkes Auge zuckt SICHTBAR. o.-

Fran Ziska dazu fällt mir ein…. „der Teufel macht immer auf den größten Haufen“

 

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#FBex, Fundstück

F F F #FBex

07. Dez. 2011

Ich bin durch. FIGARINOS FRÖHLICHES FEST 2011 führte uns (Raschid, André und mich von MDR Figarino) ins Kinderhaus Vitzenburg, in die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Chemnitz und ins Kinderhaus Lindwurm in Apolda. Die Kinder sind zauberhaft, lieb, lustig, dankbar, aber auch angeschlagen und krank. Wusstet ihr, dass viele Kinderheime um die Weihnachtszeit mit Überbelegung zu kämpfen haben?

Sissy Bollow uff  das ja schlimm…. nein, das hätt ich nicht gedacht….

Matthias Gartmann sehr krass und nicht schön!!

 

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#FBex, Fundstück

Wer’s glaubt… #FBex

13. Okt. 2011

Es ist bitter. Als ich Anfang des Jahres Sachsen-Anhalts vermeintlich jüngsten Unternehmer Christoph C. in meiner Heimatstadt Zerbst interviewte, war ich skeptisch, aber zu wenig neugierig. Plopp! Luftnummer, Unternehmensblase, Hochstapelei – wie nun zu lesen ist. Im SPUTNIK Tagesupdate fassen mein Kollege Camillo Schumann und ich die Faktenlage zusammen – ab 18:00 Uhr.

Erik Hölperl hatte mich damals schon gefragt was ich falsch mache, jetzt kann ich ein wenig aufatmen

Lydia Herms Naja, ich bin geknickt

Sven Engel Hatte mich schon gewundert warum renomierte Firmen wie BMW sich von einem 15 Jährigen beraten lassen…

Lydia Herms Grundsätzlich betrachte ich das Alter nicht als Problem. 15jährige haben schon ganz andere Sachen geschaukelt. Dieser hier hat einfach dreist gelogen – oder eine furchtbare Selbstwahrnehmung.

Sven Engel So war das auch nicht gemeint…ich bin mir aber sicher das solch große Firmen sich nicht von Personen beraten lassen die keine bzw kaum Referenzen nachweisen können. Wo soll denn auch die Erfahrung bei diesen Dingen mit 15 Jahren herkommen. In anderen Bereichen wie IT etc könnte ich mir das schon eher vorstellen.. Haben damals schon viel diskutiert über die Sache. Das er auch noch gelogen hat ist natürlich extrem dreist.

Lydia Herms Ja, da gehe ich mit, Sven. Mehr Misstrauen hätte ihm, seinen Kunden und uns, den Medien, einiges erspart.

Erik Eckstein Da hat euch ein Minderjähriger vorgeführt und ihr tut betroffen, als hätte der Intendant GEZ-Gebühren verhurt. Das total ernsthaft zu reflektieren ist jetzt zumindest unerlässlich. 
So geil 

Lydia Herms Ach, Erik, ich reflektiere alle meine Fehler. Ich habe eine persönliche Verbindung zu dieser Geschichte. Sven und ich kommen aus der Stadt, das ist’n kleinerer Kosmos, als Du annimmst. Außerdem: Intendantin.

Erik Eckstein Naja, bin halt nicht gut geupdated. Ernsthaft: Ihr wolltet die Freak-Show, ihr habt sie bekommen. Der privat gefühlte Zerbst-Kosmos hat in ernsthaften Medien doch nix zu suchen und der Fehler bestand darin, sowas ohne Abstand als Thema reinzunehmen un the first place, oder? Dass ein 15jähriger tut wie der große Zampano, ist bestenfalls ABSTRUS WITZIG, doch aber never never never ever eine ernst zu nehmende Story! Und dann… obwohl ich eigentlich keine Ahnung habe, ist mir das in Erinnerung geblieben: „Never talk about your mistakes“. (sorry für das never-massaker

Lydia Herms Ok, gut, dass Du es nochmal so freundlich zusammengefasst hast, ich hatte mich vorher noch nicht doll genug geschämt. Der Trost, mit einer Redaktion im Rücken diesen Fehler begangen zu haben, schmeckt leider auch nicht sonderlich gut. Das Zitat kenne ich nicht, ich finde es gut, wenn man über Fehler spricht, egal wie wichtig oder nichtig.

Lydia Herms P.S. Der Zerbst-Kosmos war für die Berichterstattung nicht relevant, wie Du gehört haben wirst, wenn Du es angehört hast. Ich nahm an, Du meintest die Diskussion zwischen Sven und mir.

Erik Eckstein Neenee, es ging schon mehr um die Sache und darum, dass sie nun zum zweiten Mal mit zweifelhafter Berechtigung Thema war. An dem Zerbst-Schmerz werd ich mich nicht vertun. Warum lacht ihr nicht einfach darüber, was der Junge gemacht hat? Das ist doch eigentlich nicht bitter, sondern eher irgendwie cool! Der kleine Blender hat’s halt raus. Soooo viele Leute wollen was darstellen und machen sich dabei chronisch lächerlich. Er doch scheinbar nicht. Er hat es nur übertrieben und sich erwischen lassen. Früher sindse in Zerbst mit 15 auf der Simson am ABV vorbei und haben gewunken. Heute isses halt anders

Lydia Herms Ja, vielleicht ist es so. Ich kann da nicht drüber lachen, mich wird es ewig wurmen, also, mindest noch 100 Jahre.

Erik Eckstein Ja, das ist doof. Ich wünsch Dir, dass Du es bald vergisst. Ich würd‘ meine „solchen“ Geschichten auch gern mal vergessen

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#FBex, Fundstück

Das ist Kerry. #FBex

23. Sept. 2011

Das ist Kerry. Ich traf sie heute in Berlin, um ihre Geschichte aufzunehmen. Bin hin- und hergerissen. Muss noch ein bisschen drauf rumkauen. Das Ergebnis ist dann kommende Woche in MEINE ZUKUNFT bei DRadio Wissen zu hören. 

Kerrys Plakat im U-Bahnhof Kochstraße (U6) | Berlin Mitte

Kerrys Plakat im U-Bahnhof Kochstraße (U6) | Berlin Mitte

NACHTRAG:

30. Sept. 2011

„Ich will hier bleiben!“ – findet Kerry Kempton bis zum 10. Okt. keinen Job, wird sie ausgewiesen. Eine von vielen, stimmt, doch nur sie machte mit großformatigen Plakaten in U-Bahnhöfen auf sich aufmerksam. DRadio Wissen sendet(e) heute mein Kerry-Porträt …

17. Nov. 2011

Am Dienstag schrieb Kerry: „Plotzlich nach wochen warten und viele Kämpfen habe ich eine neue Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnis. Ich kann das kaum glauben.“. Und am 1.12. beginnt sie zu arbeiten. Als was, muss ich noch erfragen, freue mich so oder so.

PRESSE: taz, migration business

Leider steht mein Radiobeitrag nicht mehr online. Ich plane, ihn auf meinem Soundcloud-Profil online zu stellen.

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#FBex, Fundstück

Mädchenmannschaft! #FBex

19. Sept. 2011

Habe eine Mädchenwoche vor mir, was es die Interviews angeht, u.a. mit Meredith Haaf („Heult doch“) und Judith Luig („Breitbeiner“). Und während der Recherche bin ich auf diesem Blog „hängengeblieben“: Mädchenmannschaft

„Willkommen Feminist_innen und alle, die es werden wollen! Die Mannschaft liebt Feminismus und notiert hier Dinge und Nachrichten, die fröhlich machen oder uns die Nackenhaare aufstellen. Unser Blog soll Forum sein und Spielwiese, für alle, die sich eine bessere und gerechte Gesellschaft wünschen. 2008 wurde maedchenmannschaft.net mit dem Deutsche Welle Blog Award BOB als Bestes Deutschsprachiges Weblog ausgezeichnet. 2009 war maedchenmannschaft.net für einen Grimme Online Award und den Alternativen Medienpreis nominiert. 2012 wurde die Mädchenmannschaft neben sieben weiteren Projekten für den Clara-Zetkin-Frauenpreis nominiert. Die Mädchenmannschaft ist darüberhinaus auch offline unterwegs, mit Vorträgen und Workshops, sowie auf Podiumsdiskussionen (zu den aktuellen Terminen).“

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#FBex, Fundstück

Bilder meiner Freundin. #FBex

18. Aug. 2011

Ein kleines lesbares Interview mit Grit Siwonia, die, die es schaffte, mich, wirklich mich zwischen vier Ecken zu bannen, so, als wäre die Zeit stehen geblieben, als würde sich nichts bewegen, nichts stören. TEXT: „Emotionen kann man nicht retuschieren.“

 

NACHTRAG:

© Grit Siwonia | Frühjahr 2011, Berlin Kreuzberg

© Grit Siwonia | Frühjahr 2011, Berlin Kreuzberg

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