Helma, Literatur

Ich bin nur. Ich werde nichts. Ich werde nicht reich sein, nicht lieben, nicht verzeihen. Ich werde nicht erwachsen. Ich werde nicht einmal sein. Jetzt ist nur eines definitiv wahr: ich bin. Sie nannten mich Helma, ohne Knack- und ohne Zischlaute. Auch ohne Bezug. Sie ließen mich glauben, ich sei nichts Besonderes, sie ließen mich mitlaufen. Was gekocht wurde, aß ich. Was verboten war, vermied ich. Manchmal schrie ich bis es brannte. Ich erzähle dir, wie ich meine Zukunft verlor und warum ich aufgehört habe, Salz zu vergeuden. Deine ungeteilte Aufmerksamkeit beflügelt und beschämt mich. Ich bin Helma. Nichts sonst.

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