Allgemein, Menschen

Oma guck’, der Junge malt.

Ich schwitze wie die Hölle. Sitz’ da in dem geliehenen Campingstuhl, breitbeinig, nach vorn gebeugt, zu den Dingen, die ich vor mir auf dem Gehweg verteilt habe: Block, Pinsel, Buntstifte, Bleistifte, Wasserbecher, Wasserflasche, Wasserfarben, Ratzefummel, Küchenrolle. All das da so liegen zu sehen bereitet mir ein Gefühl der Genugtuung. Es ist so ordentlich. Links neben und auch hinter mir erhebt sich eine begrünte Anhöhe. In den Büschen summt was.

Rechts führt die Straße hinab zum Hafenbecken. Vor mir liegt eine große, leere Fläche, eine unbebaute Ecke, eingezäunt. Reifenspuren im Sand bezeugen, dass das Grundstück vor nicht allzu langer Zeit in irgendeiner Art und Weise bearbeitet worden sein musste. Ich weiß nicht, was da gestanden hat, vermutlich ein weiterer Speicher von kolossaler Größe. Vielleicht auch nur in den vergangenen Jahrzehnten heruntergekommene Anbauten. Ein Banner am Gebäude weiter hinten kündigt eine Bebauung an, Appartements. Versteh’ ich, die Lage ist traumhaft. Von den höheren Wohnungen aus wird man einen sehr schönen Blick auf den Hafen und die Elbwiesen dahinter haben; ein Grün in zig Schattierungen, Bäume und Büsche, die wie Plüschkugeln auf einem Teppich herumliegen, dazwischen das in Wellen gelegte Band der Elbe, am Horizont – filigran und immer in Bewegung – Windräder.

Ich kann es mir deshalb so gut vorstellen, weil ich an den ersten beiden Tagen meines Aufenthalts nur das gesehen und gezeichnet habe, von der Terrasse des Schlosses aus. Mit den Daumen und Zeigefingern beider Hände hatte ich ein Rechteck geformt, fachmännisch hindurchgesehen und irgendwie meinen Bildausschnitt festgelegt. Im Hintergrund waren die anderen zu hören gewesen. Sie hatten sich leise unterhalten, zu sich selbst gesprochen, geschnauft, mit Papieren hantiert, schweigend gemalt.

Heute bin ich allein.

Ich möchte die Mauer am hinteren Ende der Brachfläche malen, den angrenzenden Schuppen, einen Turm, das verlassene Storchennest darauf, die dicht gedrängten Birken dazwischen, und weiter hinten das beerige Rot einer Blutbuche. Vielleicht sind es auch gar keine Birken. Die Blätter sind grün und klein, die Stämme dünn und hell. Ich habe mich den ganzen Morgen darauf gefreut, jetzt hier sitzen zu dürfen, trotz Mittagssonne und Sommerhitze. Ich habe eine wirklich sehr kurze Jeans angezogen, ein T-Shirt und meine Fahrradkappe, die aus England, wollen, mit kurzem Schirmchen. Jede Stelle meiner Haut ist eingeschmiert, Lichtschutzfaktor 50+, für Babys und Verrückte. Ist mir egal. Ich will brennen, aber keinen Krebs kriegen.

Mir ist eher so, als trüge ich einen Anzug aus sehr dünnem Kunststoff, eine zweite Haut sozusagen. Kein schlechtes Gefühl. Die Wahrheit ist, dass ich mich diesem Gefühl zwischen jedem Pinselstrich ausgiebig hingebe, indem ich mich zurücklehne, die Augen schließe, und warte, bis sich mein Körper von selbst erneut bewegt, aus dem Dunkelblau des Stuhls erhebt, vorbeugt, langsam, als müsse er ziemlich viele Druckknöpfe lösen, bis er den Arm hebt, zum Pinsel greift, den Kopf hebt, die Augen zusammenkneift, dann den Schweiß von der Oberlippe leckt, bis mein Kopf oder dessen Inhalt, irgendwas in mir jedenfalls, die Szene begreift, die, die ich male, und beide, Kopf und Körper wieder zwei, drei Flächen auf’s Papier setzen.

Es geht immer erst einmal um Flächen, Farbflächen; mit den hellsten fange ich an. Ich habe helle Sandhügel gesetzt, mit schmutzigem, stark verdünntem Gelb. Dann habe ich Mauerwerk gesetzt, mit schmutzigem, stark verdünntem Orange. Dann die Blätter, dann den Himmel, schließlich die Schatten, richtig schön dunkel, aber nicht mit Schwarz, sondern gemischt aus allem Möglichen, aus Blau, Grün und Rot. Die wichtigste Farbe in einem Aquarellkasten aber ist: der Palettendreck. „Putz’ nie deinen Kasten, Lydia, lass’ alles so wie es ist, du brauchst den Dreck für’s Mischen.“, hatte Annett gesagt. Und dabei gelacht. Und wohl sofort gewusst, dass ich ihr nicht glaubte. Gern würde ich ihr jetzt von meinen Farben erzählen, von den fantastischen Farben, die so leuchten und sich auf dem Papier verändern, und vom Palettendreck, der lebendig zu sein scheint, weil er sich auch verändert, mit jedem Eintauchen meines Pinsels, mit jeder Minute, die vergeht, mit jedem Blick, mit jedem Gedanken, mit jedem Gefühl.

Kein bisher gefühltes Gefühl lässt sich mit dem vergleichen, das mich gerade flutet. Ich finde einfach kein Bild in meinen Erinnerungen, mit dem sich der Scheiß hier deckt, nicht einmal so halb, so ein bisschen wie damals und dort. Da ist kein Damals. Da ist kein Dort. Da ist nur ein Jetzt. Und ein Hier. Und plötzlich finde ich es sehr schlimm, dass ich allein bin, dass ich dieses Gefühl nicht teilen kann. Ich bin mir sicher, dass ich es später nicht beschreiben können würde, weil es unbeschreibbar ist.

Soll ich aufstehen, alles zusammenklauben, den Farbkasten trotz der noch feuchten Näpfchen schließen, das Malwasser in die Büsche kippen, den Campingstuhl zusammenzerren und in die Tasche stopfen, alles über die Schulter werfen und rennen, über’s Kopfsteinpflaster, den Weg hinauf in den Ort, dorthin, wo ich die anderen und Annett vermute? Könnte ich, klar. Und dann? Dann ist es vielleicht weg. Das wäre schlimmer. Also bleibe ich sitzen, starre auf das Bild vor mir am Boden, auf das trübe Mischwasser, auf die Details, die ich weggelassen habe, und auf die, die ich herbeigezaubert habe. Das ist erlaubt beim Aquarellmalen. Es geht nicht darum, zu malen, was wirklich da ist, sondern, was man sieht. Und ich sehe so viel, dass es für mehrere Bilder reicht. Also trenne ich das erste vorsichtig vom Block – und beginne von Neuem. Hellste Flächen. Helle Flächen. Dunklere Flächen. Schatten. Details. Ich variiere bei der Wahl der Pinsel. Ich wage es, mit den Buntstiften in die Farbflächen zu gehen. Ich mische mutiger und ich male sogar einen Storch, der nicht da ist. Das hätte ich lassen sollen, er ist zu groß geraten, aber wen stört es? Mich nicht.

Und dann bemerke ich, dass ich gar nicht allein bin. Ständig spazieren Menschen an mir vorbei. Zwei Mädchen im Grundschulalter streiten sich ein bisschen darüber, welches von ihnen welches meiner Bilder schöner findet. Jedesmal, wenn eines der Mädchen zu einer Entscheidung findet, sagt das jeweils andere, dass es das ausgewählte Bild eigentlich auch schöner finde. So geht das hin und her, auch dann noch, als beide weghopsen. Sie hopsen wirklich. Ihre Mütter schlendern hintendrein. Bei mir angekommen, finden sie alles sehr schön. Finde ich auch. Wir gackern. Sie tragen weiße Piercings in den Brauen. Eine Frau Anfang 50 trägt ein neongelbes Kleid mit neonrosafarbenen Schmetterlingen darauf, ärmellos, ein Drama, aber sie trägt es, als hätte sie es extra für den Urlaub gekauft. Sie löst sich von der Hand ihres Begleiters, bleibt stehen, während er weitergeht und dabei betont unbeteiligt seine hellblaue Jeans am Gürtel hochzieht. Sie hingegen schaut auf meine Bilder, sagt nichts, nickt nur freundlich und hopst dann weiter. Schon wieder eine, die hopst. Ich rufe ihr ein Kompliment hinterher, dass ihr das Kleid ganz wunderbar stehe. Sie dreht sich einmal um ihre Achse. Ich schwöre.

Ein Kanute in Trombosestrümpfen bleibt auch neben mir stehen. Bestimmt 70, in Sportsachen, mit betörend verschmitztem Grinsen. Sie würden die komplette Elbe hochfahren, erzählt er mir, ohne, dass ich fragen muss, er sei aber aus gesundheitlichen Gründen erst in Magdeburg zugestiegen. Ich lobe die Elbe. Er lobt die Donau. Da sei mehr zu sehen, nicht nur Deiche. Als er mich fragt, ob ich noch Schülerin sei, bekomme ich einen mittelschweren Lachkrampf. Nein, glücklicherweise nicht, antworte ich ihm, denn dann wäre ich nur halb so mutig. Ob er das versteht, ist fraglich, dass er mich nett findet, eindeutig. Als er dann doch endlich geht, beginne ich ein neues Bild.

Inzwischen ist Nachmittag, die Sonne gewandert, aber immer noch bei mir. Dass ich schwitze, stört mich nicht. Ich esse das Gemüse, das mir Annett in der Pension eingepackt hat: Fenchel, Gurke, Möhren. Gern würde ich mich von außen sehen, wie ich da sitze, im Kutschersitz, mit Möhre und Pinsel in den Händen, klecksend, kauend, grinsend. Ich glaube, wer mich so sieht, sieht mich wirklich. Ich fühle mich wirklich. Ich bin da. Ich bin ich. Bevor ich mein viertes Bild fertig malen kann, ziehen plötzlich Wolken auf. Ich nehme Aufbruchstimmung wahr, auch wenn nicht viele Menschen unterwegs sind. Sie gehen schneller. Und dann weht ein Satz zu mir herüber.

Ein Mädchen an der Hand einer älteren Frau sieht mich beim Vorbeihasten. „Oma guck’, der Junge malt.“ ruft es und fliegt davon. Ich schiebe mir die Kappe aus der Stirn, lehne mich im Campingstuhl zurück, dieses Mal mit weit geöffneten Augen, weil die Sonne mich nicht blendet. Ich sehe in die Wolken und weiß plötzlich, dass ich nicht viele Worte brauchen werde, um Annett wissen zu lassen, welches Gefühl ich heute gefühlt habe.

Ich werde sie einfach fest umarmen.

Lydia Herms in Tangermünde – 20. Juli 2017

„Ich schwitze wie die Hölle.“ – Foto: Lydia Herms, Juli 2017

Malen in Tangermünde – 20. Juli 2017 – Foto: Lydia Herms

„Die wichtigste Farbe in einem Aquarellkasten aber ist: der Palettendreck.“ – Foto: Lydia Herms, Juli 2017

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Literatur, Menschen

Buchzik prangert an.

Ich kenne weder die Journalistin Dana Buchzik persönlich, noch ihre Erfahrungen, die sie im Literaturbetrieb gemacht hat. Dennoch empfehle ich euch, ihren Text auf taz.de zum Thema Sexismus und Diskriminierung zu lesen. Es ist (ihr) wichtig.

Mir auch.

„Nicht dass im Journalismus Sexismus kein Thema wäre: Bespritzt der Rennfahrer Lewis Hamilton eine Hostess mit Champagner, vertreibt ein großes Versandhandelsunternehmen „In Mathe bin ich Deko“-Shirts für Mädchen, ist das Geschrei groß. Im Literaturbetrieb aber ist die Welt natürlich eine andere, unbefleckte: Viele seiner Protagonisten sehen sich gern als besonders tolerant und progressiv.“ (Dana Buchzik, taz.de)

Die einzige, aber beständige Diskriminierung, der ich als freie Journalistin ausgesetzt bin, ist die, dass ich keine Mutter bin, und deswegen natürlich flexibel. So flexibel, dass einige meiner KollegInnen grundsätzlich davon ausgehen, dass ich mich ihren Rhythmen füge. Und eine Verabredung mit einem Freund ist nur halb so stark wie die Verpflichtung, dem Sohn neue Schuhe zu kaufen. Also sage ich meine Verabredung zugunsten der Eltern ab. Denn das Kind geht immer vor. In ihren Leben ganz bestimmt; in meinem nicht. Soviel zu meinen Wunden.

Das führt von Danas Anliegen weg.

„Dass männliche Chefs ihre weiblichen Mitarbeiter „Mäuschen“ nennen; dass Journalisten auf Pressereisen lautstark Wetten darüber abschließen, wer die jüngste Kollegin als Erster ins Bett kriegen wird; dass leitende Redakteure freien Mitarbeiterinnen schon beim Versuch einer Gehaltsverhandlung über den Mund fahren, da von Frauen ein weniger unverschämtes Auftreten gewünscht sei und/oder sie ohnehin nie eine feste Stelle erhalten würden: wie humorlos, so etwas zu dramatisieren!“ (Dana Buchzik, taz.de)

Ekelhafte Verleger, anzügliche Kollegenschweine und ähnlich Deprimierte haben es bei mir bislang nicht versucht. Oder ich es nicht bemerkt. Ich meide den Literaturbetrieb, so weit es geht. Keine Partys, keine Essen, wenige Presseveranstaltungen, allenfalls auf Buchmessen. Den Kaffee zahl‘ fast immer ich. Keine faulen Absprachen, keine unseriösen Versprechungen, keine Busfahrten. 

Vielleicht stecke ich nicht tief genug im Sumpf. Vielleicht bin ich nicht so gefährlich für die dummdreisten Menschen, die Dana Buchzik drohen. Immerhin: Ich bin eine Frau. Ich lese Bücher. Es sind sehr viele Bücher von Frauen. Nicht, weil ich muss, sondern weil sie gut sind. Die Frage nach der „Quote“ stellte sich mir nie. Ich entscheide in seltenen Fällen politisch, und wenn doch, dann spielt das Geschlecht keine Rolle. Und wenn (doch) doch, z.B. im Fall von Laurie Penny, dann stehe ich drauf.

Bin ich naiv?

Seit ich journalistisch arbeite, wird mir vorgehalten, ich könne mir Kritik am Literaturbetrieb nicht leisten. Auf den Weg gegeben wird mir der Ratschlag, ich müsse erst eine festangestellte Journalistin oder eine etablierte Autorin sein, um mir das herausnehmen zu können. Missstände aufzeigen zu dürfen sollte man sich aber nicht erst durch jahrelanges Schweigen verdienen müssen. Ich bin nicht zuletzt deswegen Journalistin geworden, weil ich der festen Überzeugung bin, dass es Öffentlichkeit braucht, um etwas verändern zu können.“ (Dana Buchzik, taz.de)

Ja!

Dana Buchzik bloggt: sophiamandelbaum.de.

Und twittert.

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#FBex, Fundstück, Literatur

Die sei wie sie sei, basta. #FBex

15. Aug. 2012

15 Jahre radioeins – JUCHUH! Und die berliner-zeitung.de berichtet u.a. dass ich vor 15 Jahren im Zerbster Schlosspark herumlungerte. Wohl wahr!

Fast erwachsen – Von Ulrike Simon

„[…] An den Bekanntheitsgrad der von 4U gekommenen ehemaligen Krankengymnastin Anja Caspary und des auch als Kolumnist der Berliner Zeitung geschätzten Jörg Thadeusz kommt Lydia Herms noch nicht heran. Dafür ist sie viel zu kurz bei Radio eins. Als der Sender vor 15 Jahren startete, dürfte die gebürtige Magdeburgerin mit ihren damals 16 Jahren gerade im Schlosspark in Zerbst oder abends im Jugendklub herumgelungert haben. Inzwischen moderiert sie sonntags mit Frank Meyer die „Literaturagenten“. Das Buch, das sie am meisten geprägt hat, war Heinrich Bölls „Ansichten eines Clowns“. Als sie ihre Interpretation in der 11. Klasse vortrug, habe ihr Lehrer eigens für sie die Unterrichtsstunde verlängert, erzählt Herms. Mit Literatur Hörer zu begeistern, lag ihr offensichtlich früh. Nach ihrem Architekturstudium in Dessau, wo Radio eins zumindest in ihrer WG und auf der Autobahn zu empfangen war, arbeitete sie bei MDR Sputnik, später beim Kindersender Figarino. Kritik an ihrer jungen Stimme begegnet sie selbstbewusst. Die sei wie sie sei, basta. […]“

NACHTRAG:

Endlich Seite 26 – berliner-zeitung.de vom 15. August 2012. Katze hockt schon drauf.

© Lydia Herms | Aug. 2012, Berliner Zeitung

© Lydia Herms | Aug. 2012, Berliner Zeitung

Franziska Jentzen die beste stimme im radio- wirklich, du bist meine lieblingsstimme. :))))

Grit Siwonia woooohoooooo!!!!

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#FBex, Fundstück

Resturlaub. Zukunft! #FBex

05. Jan. 2012

Ich habe meinen mdr-Resturlaub von 2011 genommen, am Stück. Ab Sonntag ist endlich Zeit für meine Radiozukunft, Brieffreunde und die Plattensammlung. Meine neueste LITERA-Errungenschaft: „Die Prinzessin mit dem goldenen Stern“ (1964). Heute fahre ich nach Berlin.

Jonas Kolpin berlin, berlin, wir fahren nach berlin!

Lydia Herms Heute ist bei mir Ausnahmezustand in Berlin, alles neu, alles auf Anfang, Drama. Bald sehen wir uns, Jule – und Jonas!

Yvonne Strüwing ENDLICH!!!!! alles so schoen!!!!

Matthias Richter wie lange bleibst du denn in berlin? ich bin næchstes we dort

 

NACHTRAG

06. Jan. 2012

Es ist spruchreif: Ab März habe ich meine eigene Büchersendung auf radioeins. Wie das Baby heißen wird, wer noch dabei ist, u.v.m. in Kürze. K R E I S C H !

Annika Voigt-Kirchhoff doppelkreisch! fetzt!

Stefanie Hartmann ICH KREISCH MIT  gratuliere!

Jonas Kolpin na so ein zufall:)

Jonas Kolpin und: sagte ich schon yeah?

Jonas Kolpin yeah!

Suzanne Örtl HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, du bist die richtige **

Maximilian Funk Knaller!

Lola La yes!

Mirko Käsebier Super hat noch keiner gesagt

Thomas Ruscher Großartig! Herzlichen Glückwunsch!

Franzi Lina ENDLICH!

Lydia Herms <3

Aileen Kapitza lydia, du geile sau! gratulation

Fran Ziska ziehst du dafür nach berlin, oder geht das alles auch per technik? oder mußt du pendeln?

Lydia Herms das muss ich noch überlegen und ausrechnen.

Lydia Herms an dieser stelle möchte ich euch – verspätet, aber aufrichtig – für die anteilnahme danken. ich bin noch ein bisschen plemplem. es ist gut so.

Brini Bini <3

René Grossmann Ich freue mich für dich, Lydia, wirklich.

 

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#FBex, Fundstück

Das ist Kerry. #FBex

23. Sept. 2011

Das ist Kerry. Ich traf sie heute in Berlin, um ihre Geschichte aufzunehmen. Bin hin- und hergerissen. Muss noch ein bisschen drauf rumkauen. Das Ergebnis ist dann kommende Woche in MEINE ZUKUNFT bei DRadio Wissen zu hören. 

Kerrys Plakat im U-Bahnhof Kochstraße (U6) | Berlin Mitte

Kerrys Plakat im U-Bahnhof Kochstraße (U6) | Berlin Mitte

NACHTRAG:

30. Sept. 2011

„Ich will hier bleiben!“ – findet Kerry Kempton bis zum 10. Okt. keinen Job, wird sie ausgewiesen. Eine von vielen, stimmt, doch nur sie machte mit großformatigen Plakaten in U-Bahnhöfen auf sich aufmerksam. DRadio Wissen sendet(e) heute mein Kerry-Porträt …

17. Nov. 2011

Am Dienstag schrieb Kerry: „Plotzlich nach wochen warten und viele Kämpfen habe ich eine neue Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnis. Ich kann das kaum glauben.“. Und am 1.12. beginnt sie zu arbeiten. Als was, muss ich noch erfragen, freue mich so oder so.

PRESSE: taz, migration business

Leider steht mein Radiobeitrag nicht mehr online. Ich plane, ihn auf meinem Soundcloud-Profil online zu stellen.

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#FBex, Allgemein

Willkommen! #FBex

2015. Ich wollte Dich mit viel Text und Tamtam begrüßen. Das klappt jetzt nicht, so am Stück. Ich halte Dich auf dem Laufenden über meine Pläne, ich versprech’s. Aber ich muss jetzt ganz viel tun.

Wie immer? Jaja, wie immer, aber anders, und mehr, und überhaupt, was erlaubst’n Du Dir!? Es stimmt. Großspurig ließ ich im vergangenen Jahr verlauten, ich würde bald organisierter, disziplinierter und konzentrierter arbeiten. Und leben. Und lieben. Das ist auch noch aktuell. Ich lese Fachlektüre, ich habe meine Kalender, bald auch besondere Ablagen, und dann einen Überblick. Der Weg ist weiter, als ich dachte. Hab‘ Geduld mit mir, bitte.

Ich bringe Opfer. Ich lösche Facebook. Also, nicht das ganze, Himmel, nur an meinem Schreibtisch, auf meinem Handy, in meinem Kopf. Noch in diesem Monat. Ich hab’s beschlossen. Ein paar Momente aus den 4 Jahren FB-Zeit werde ich konservieren, hier auf meiner Internetseite, in meinem Blog, in der Kategorie #FBex. ex steht für exitus. Cool, oder?

Die Frage nach dem Grund ist berechtigt. Weil es mich ablenkt, mir Zeit raubt, mich manipuliert und ausspioniert. Weil es mich erdrückt und immer seltener entzückt. Ich werde es vermissen, die Wirrheit, das Bunte, meine Freunde. Aber es wird gehen, die Beiträge finde ich auch so. Die Freunde sind nicht weg. Und ich bleibe hier. Ok?

Jetzt muss ich es nur noch den anderen beibringen.

18. Juni 2011 #FBex

© Grit Siwonia | Sommer 2010 in einem alten Wohnwagen, Sachsen

© Grit Siwonia | Sommer 2010 in einem alten Wohnwagen in Sachsen

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Allgemein, Menschen

Eine Bitte.

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Es ist mehr als das. Es ist eine Hoffnung, ein Sehnen, ein Elend. Das vergangene Jahr war nicht schlecht, iwo. Es war  u n f a s s b a r  anstrengend. Weil ich nicht Nein! sagen konnte, weil ich nicht Tschüss! sagen wollte, weil ich oft den Überblick verlor – und weil ich meine Liebe fand.

Ich gestehe: ich würde gern auf RESET drücken, oder ein paar LAYER löschen; zumindest die, auf denen ich unkonzentriert und zusammenhanglos gekliert habe. Auf denen ich Dinge verewigte, für die ich noch bis in alle Ewigkeit geohrfeigt werden müsste. Verbal allenfalls. Mit Schampieken. Oder mit Geschrei. Irgendwie so. Das zu erklären, ist nicht einfach. Es ist die Wahrheit, dass ich erst weine und dann lache. Das erklärt vielleicht, warum ich in diesem Text erst um Erlösung bitte – und dann schreibe:

 

Ich bin glücklich.

 

Ich habe das Jahr 2013 geschafft, ohne hinzuschlagen und zu verbluten. Das ist gut. Unterwegs traf ich einen Mann, der mich liebt. Das kann jedem mal passieren, auch mir, ja, aber nicht so. Er ist, was fehlte. Und mehr. Das kann kein Zufall sein!

Auch nicht die Begegnung mit einer Mode-Designerin im Zug von Halle (Saale) nach Berlin am 2. Weihnachtsfeiertag. Sie trug ihren 5 Monate alten Sohn auf dem Arm, und wir mussten stehen, weil nirgends freie Plätze zu finden waren. Als dann endlich doch, waren uns diese zu weit auseinander; wir wollten reden. Das Baby sah und hörte uns entspannt dabei zu. Nach einer knappen Stunde nicht mehr. Es quengelte. Es weinte. Ich zog Grimassen – und es lachte. Erst Weinen, dann Lachen. Ich reagierte, obwohl ich das Phänomen schon mehrmals bei Babys beobachtet hatte, überrascht. Noch mehr, als mir die Mitreisende eine Theorie erklärte, nach der Lachen aus dem Weinen entsteht, nämlich dann, wenn Entspannung eintritt, das Kind erkennt, dass es doch gar nicht so dramatisch ist. Und ich lache jetzt.

 

Es ist mehr als das.

 

Ich habe viel gearbeitet in den vergangenen Monaten und Jahren. Ich nahm Aufträge an, obwohl sie schlecht bezahlt wurden. Ich sagte mir: „Ich brauche das Geld.“, und sie sagten mir: „Mehr geht wirklich nicht, Lydia.“. Ich bin müde vom vielen Anstrengen. Selbst wenn ich ruhe, träume ich von dieser Anstrengung. Was ich verdiene, erhalte ich nicht. Jedenfalls nicht immer. Im neuen Jahr wird es anders werden.

Ich gehe, wenn sie mich nicht angemessen bezahlen, zu denen, die es tun. Die gibt es, denn ich habe durchaus schon Auftraggeber gefunden, die angemessen zahlen. Und wenn es doch eng wird, dann gehe ich ganz neue Wege, ohne Radio. So sage ich es mir. Ich habe viele Ideen. Wenn ich Hilfe zulasse, kann ich sie auch umsetzen. Ich weiß es. Und ich weiß auch, dass ich nicht die einzige freie Autorin bin, der es so geht. Das ist meine Botschaft: Lasst Euch das nicht gefallen! Ja, es wird andere geben, die Eure Jobs machen, wenn Ihr sie nicht mehr macht, weil Leistung und Honorar in keinem akzeptablen Verhältnis stehen. Geht trotzdem. Glaubt an Euch.

 

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Literatur, Termin

Zwergenkacke.

Ich habe es immer gewusst: Müsli ist nicht einfach nur Müsli, also wild zusammengeschüttete Körnerei, aus Schalen und Hülsen und wasweißich herausgefriemelt. Nee, Müsli ist Zwergenkacke. Dafür gibt es einen Beweis in Buchform. Finn-Ole Heinrich hat’s herausgefunden und aufgeschrieben. Rán Flygenring hat’s geglaubt und illustriert. Nachles- und anguckbar ist die unfassbare Kackerei in dem wundervollen Kinderbuch „Frerk, du Zwerg“.

 

Darin geht es um den etwas klein geratenen, höchst altmodisch gekleideten und recht einsamen Jungen Frerk. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als einen Hund. Doch er hat nur eine kreischende Mutter und einen schweigsamen Vater. Was Frerk findet, ist ein Ei – und für kurze Zeit fünf schräge Freunde …

 

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„Frerk, du Zwerg“ wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2012 ausgezeichnet, verdient, tausendfach.

 

„Diese anarchische Phantasiegeschichte könnte nicht kinderbuchhafter sein: schwungvoll, mit Humor, Mutterwitz und Nachdenkstoff. Der sprachgewandte, fabulierlustige und semantisch kreative Text Heinrichs ruft beim Vorlesen wahre Lachstürme bei Kindern hervor und animiert sie zu eigenen Sammlungen schöner Wörter und Sprachverdrehungen.“,

so die Jury.

 

Es ist wahr! Gemeinsam mit Finn habe ich heute Vormittag eine Lesung im Literaturhaus Leipzig bestritten, ich moderierte – und Finn las, vor 90 Grundschülern. Die hatten Spaß! Ich auch.

 

„Frerk, du Zwerg“ von Finn-Ole Heinrich & Rán Flygenring
96 Seiten, 16,00 EUR, bloomsbury bzw. arsEdition
Das Buch ist auch als Hörbuch erhältlich, von Finn gelesen.

 

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